International Red Cross and Red Crescent Museum
SONDERAUSSTELLUNG
 
ERSTER TEIL: DIE VIER SCHAUBILDER VON HENRY DUNANT
IHenry Dunant liess sich 1887 in Heiden (Appenzell) nieder, wo er bis zur Verleihung des Friedensnobelpreises 1901 ein zurückgezogenes Leben führte. Diesen Lebensabschnitt widmete er einer tiefen religiösen und meditativen Einkehr. Er vertiefte sich in die Bibel, wobei ihn insbesondere das Buch Daniel und die Apokalypse faszinierten. Parallel dazu arbeitete er mit Leidenschaft an seinen Schaubildern, die er 1890 fertig stellte.






Henry Dunant (1828-1910)
Diagram A: "La Première Création".
1877-1890.
Die vier Schaubilder von Dunant kamen als Spende des Henry-Dunant-Instituts und des Schweizerischen Roten Kreuzes in die Sammlung des MICR. Die grossformatigen Werke (110 x 80 cm) sind restauriert worden und werden im ersten Teil der Ausstellung Apocalypse 01 präsentiert. Es handelt sich um äusserst wertvolle Zeitdokumente, die aufgrund ihrer heiklen Farben nach der Ausstellung in die Archive des MICR zurückkehren werden.







Henry Dunant (1828-1910)
Diagram B: "Noé". 1877-1890.
Nach seinem Rückzug nach Heiden erläuterte Dunant anhand seiner Schaubilder einem kleinen Publikumskreis seine prophetische Geschichtsauffassung. Dabei stützte er sich auf die Theorien des Pfarrers Louis Gaussen (1790-1863), einer wichtigen Figur der Erweckungsbewegung in Genf. Gaussen wandte sich vom offiziellen Katechismus ab und ersetzt ihn durch direkt aus den Heiligen Schriften gezogene Fragen und Antworten. Insbesondere vertrat er die Ansicht, dass ein Christ "mit dem Buch der Weissagungen in der Hand die Stellung der König- und Kaiserreiche über zehn Jahrhunderte hinweg voraussagen könne […]." (Daniel, der Prophet)



Henry Dunant (1828-1910)
Diagram C: "Diagram symbolique chronologique de quelques Prophéties des Saintes-Ecritures par un Chrétien suisse:
le septième jour de la création". 1877-1890.
Die Schaubilder B, C und D haben die erste Auferstehung zum Thema, die die Auserwählten betrifft, sowie die Katastrophe, die über den Rest der Welt hereinbrechen wird. Das Schicksal der Menschheit ist vorbestimmt. Zudem ist die Endkatastrophe nah, da die chronologischen Anhaltspunkte, die auf den Schaubildern abgebildet sind, 1890 aufhören. Alles weist darauf hin, dass Dunant fest daran glaubte, dass die Apokalypse kurz bevorstünde

Ein interaktives Programm lädt den Besucher dazu ein, die von Dunant in seinen Schaubildern behandelten Themen im Kontext der Mythologie und der biblischen Geschichte zu situieren.


Henry Dunant (1828-1910)
Diagram D: "Diagram symbolique chronologique de quelques Prophéties
des Saintes-Ecritures". 1877-1890.


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