BESCHEIDEN
Porträts und Geschichten von Frauen im Mittleren Orient: Iran,
Irak, Afghanistan, Pakistan, Jordanien, Syrien, Gaza und Cisjordanien
Vom 23. September 2009 bis 24. Januar 2010
Von einem Land zum anderen stellen die Fotografien der
Reporterin Alexandra Boulat (1962–2006) die Welt
dar, in der muslimische Frauen je nach ihrem Status und ihren
unterschiedlichen Rollen leben: als Kriegsopfer, Flüchtling, politische
Aktivistin, Akademikerin, Fernsehmoderatorin, Mitglied der weiblichen
Polizeiakademie oder orientalische Babydoll. Die Porträtaufnahmen
zeugen von ihrem täglichen Kampf ums Dasein: überleben, sich pflegen,
die Kinder ernähren und aufziehen.
Über den Kreis der Familie hinaus hält der Blick der Fotografin
auch die politische oder soziale Tätigkeit von Frauen fest, die
beschlossen haben, einen Beruf auszuüben, wählen zu gehen oder
an extremistischen Aktionen teilzunehmen. Die «Einfachheit» ihrer
Lage, auf die der von der Fotoreporterin zur Illustration ihrer
Arbeit gewählte Titel anspielt, steht im Gegensatz zur Kraft des
von ihnen geführten Kampfes.
Als Träger von Dramen und Hoffnungen erzählt jedes Bild von Alexandra
Boulat eine eigene Geschichte. Ihre Aufnahmen laden dazu ein,
über die Existenzkämpfe der porträtierten Frauen nachzudenken,
die teilweise nicht so weit entfernt sind von jenen anderer Frauen
in der Welt. Sie stellen Fragen über das Leben von Frauen in der
muslimischen Welt, das sich auf das Tragen des Schleiers, Zwangsheirat
und Gewalt beschränkte, würde man den westlichen Stereotypen Glauben
schenken.